Hilfe Ausland

Caritas beteiligt sich an Sammlungen zur Linderung grosser Katastrophen und fördert auch nachhaltige Kleinprojekte in der Dritten Welt.

Caritas Liechtenstein unterstützt

  • internationale Projekte der schweizerischen oder österreichischen Caritas
  • einheimische oder befreundete Entwicklungsfachleute und deren Projekte
  • vermittelt Kinderpatenschaften

In den vergangenen Jahren wendete die Caritas Liechtenstein für verschiedene Katastrophengebiete der Welt Zehntausende von Franken auf: Dabei wurde darauf geachtet, die Gelder gezielt in Kleinprojekte fliessen zu lassen, welche überschau- und kontrollierbar an ihrer Nachhaltigkeit gemessen werden können.

Dürre in Westafrika - eine weitere Krise steht bevor

In Westafrika sind eine Reihe von Ländern wie Tschad, Mali, Niger, Mauretanien oder Burkina Faso von anhaltenden Dürren bedroht. Die betroffenen Länder liegen in der so genannten Sahelregion, einem niederschlagsarmen, trockenen Landgürtel zwischen der Sahara und den Savannen. Steigende Nahrungsmittelpreise und verstärkte Migrationen der Landbevölkerung in die Städte sind alarmierende Zeichen. Experten warnen: In Westenafrika droht eine weitere grosse Hungerkrise.

Die Sahelregion ist gekennzeichnet durch Armut und chronische Ernährungsunsicherheit, deren Ursachen komplex sind. Es gibt natürliche, ökologische und ökonomische Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Abnahme der Bodenfruchtbarkeit und Konflikte um natürliche Ressourcen. Daneben spielen auch technische Gründe eine Rolle, wie etwa das Fehlen geeigneter landwirtschaftlicher Geräte oder von gutem Saatgut. Schliesslich sind politische Faktoren seitens der Regierungen wie eine inkohärente Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik, aber auch fehlende Investitionen durch Unternehmen und ein den Bürgerinnen und Bürgern wenig bekanntes Bodenrecht nicht zu vernachlässigen.

Gegenwärtig hat es in Westafrika besonders wenig geregnet, was in Kombination mit den genannten Faktoren zu einer miserablen Ernte und einer problematischen Ernährungssituation führt. Zudem ist die Bevölkerung aufgrund mangelnder Einnahmen teilweise dazu gezwungen, das Saatgut für die nächste Ernte zu konsumieren oder das nicht gewachsene Getreide dem Vieh zu verfüttern.

Im Tschad etwa werden dieses Jahr 40 Prozent weniger Getreide geerntet und fast 35 Prozent weniger Lebensmittel produziert. Die Produktion in der tschadischen Sahelzone ist nur halb so gut wie letztes Jahr. Auf nationaler Ebene fehlen rund 600‘000 Tonnen Getreide. Auch in Mali wird die diesjährige Ernte insbesondere im Norden von Fachleuten als ungenügend eingestuft, rund ein Viertel der Bevölkerung hat zu wenig zu essen und muss hungern.

Mit dem Nahrungsmitteldefizit dieser Länder steigen auch die Preise für die Lebensmittel bis in den September 2012 weiter an. Diese Preissteigerungen kommen aber nicht etwa den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zugute, sondern in erster Linie den Grossisten und Zwischenhändlern sowie – falls Nahrungsmittel importiert werden müssen – dem internationalen Getreidehandel. Von den Preissteigerungen und Ernteausfällen sind Millionen von Menschen in Mali, Tschad, Niger und Burkina Faso betroffen; das Welternährungsprogramm der Uno schätzt, dass allein in Mali bis zu drei Millionen Arme von den Folgen der Dürre tangiert sind.

Die Folgen des Klimawandels fallen unterschiedlich aus

Klimakatastrophen treffen vor allem Entwicklungsländer. Dort ist jede zwanzigste Person unmittelbar betroffen. Die grösste Verwundbarkeit weisen weltweit ausgerechnet jene Länder auf, welche die geringsten CO2-Emmissionswerte ausstossen. Demgegenüber ist in OECD-Ländern nur eine von 1500 Personen von Umweltkatastrophen betroffen. Aber genau diese Länder im Norden haben paradoxerweise die private Produktion globalisiert, währenddem sie Aufgaben wie Erziehung, Bildung, Verteilung von Gütern und Dienstleistungen sowie Schutz und Sicherheit auf nationale Ebene beschränken. Sie haben so Anteil an der immensen weltweiten Ressourcenproduktion, finanzieren mit ihren Gewinnen aber die restlichen Aufgaben nur für jene Bürgerinnen und Bürger, die auf ihrem nationalen Territorium leben.

Die Folgen dieser globalen unfairen Ressourcenverteilung müssen schliesslich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern armer Länder tragen. Als wäre dies nicht genug, häufen sich Klimakatastrophen sowie Ernteausfälle aufgrund von Dürren. Die Verwundbarkeit der Betroffenen wird in diesen Monaten besonders deutlich, und es ist zu befürchten, dass die chronische Mangelernährung in eine Hungersnot umschlägt.

Für 100 Kilogramm Hirse zahlt eine Familie in Mali normalerweise 28 Franken; in Dürrezeiten steigen die Preise auf annährend das Doppelte. In den Staaten Westafrikas, wo 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, zeigen die Preissteigerungen auf der einen Seite und die miserablen Ernten auf der anderen Seite dramatische Auswirkungen: Die Bäuerinnen und Bauern müssen ihr Vieh verkaufen, gehen der Bettlerei nach oder verschulden sich und verzichten auf das Grundnahrungsmittel wie Bohnen oder Fleisch. Junge Frauen und Männer finden auf dem Land keine Arbeit mehr und migrieren saisonal in die Städte oder in angrenzende Länder.

Produktionsgrundlagen verbessern

Seit vielen Jahren setzt sich Caritas Schweiz im Tschad und in Mali für die Ernährungssicherheit und -souveränität von Bäuerinnen und Bauern ein. Sie hilft ihnen, ihre Produktionsgrundlagen zu verbessern, indem sie neue Anbautechniken lernen, qualitativ verbessertes Saatgut produzieren oder Massnahmen für eine bessere Bodenfruchtbarkeit umsetzen. Dadurch werden sie auch in die Lage versetzt, ihre Produkte auf den lokalen und regionalen Märkten abzusetzen.

Die integrierte Nutzung von Getreideanbau und Viehzucht – dazu gehören die abwechselnde Nutzung von Weideland, der Futteranbau für das Vieh oder die Produktion von Mist – bildet ein weiteres zu verbesserndes landwirtschaftliches Potenzial. Voraussetzung sind jedoch Nutzungsvereinbarungen zwischen (halbnomadischen) Viehzüchtern und Hackbauern, die von den involvierten Gemeinden unterzeichnet werden müssen. Und über den Bau von Kleindämmen, die in den Regenzeiten das Wasser speichern, ist es den Bauern im Norden Malis gelungen, die Gemüseproduktion entscheidend voranzubringen.

Caritas- Partner betreiben aber auch Baumschulen, welche der Aufforstung von kargen Zonen dienen, und die Bauern und Bäuerinnen erstellen kleine Stein- oder Erdwälle. Beide Massnahmen leisten einen Beitrag zur Verminderung der Bodenerosion.

Bauern mit Finanzdienstleistungen unter die Arme greifen

Ergänzend zu den Massnahmen im Bereich Produktionsgrundlagen, Erosionsschutz und Nutzungsvereinbarungen unterstützt Caritas Schweiz in Tschad eine Mikrofinanzbank mit 20‘000 Genossenschaftsmitgliedern. Dieses bietet Finanzdienstleistungen für Bauern und Bäuerinnen an, die für die Ernährungssicherheit unverlässlich sind.

 

Falls auch Sie diese Nothilfe unterstützen wollen, danken wir Ihnen für Ihre Spende auf unser Konto (Caritas Liechtenstein) bei der Liecht. Landesbank, Vaduz

Konto: 203.357.07

IBAN LI73 0880 0000 0203 3570 7

mit der Referenz: Westafrika

Westafrika - Hilfsprojekte der Caritas Schweiz

Zu den Hilfsprojekten der Caritas Schweiz finden Sie nachstehend einige Detailinformationen.