Flüchtlings Sonntag

Kolumbien: Verbesserte Lebensbedingungen für Flüchtlinge und Rückkehrer

Noch immer ist Kolumbien das Land mit der höchsten Anzahl an intern Vertriebenen. Dies ist dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Regierung und Rebellengruppen geschuldet, der offiziell erst im Dezember 2016 mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags beigelegt wurde. Bei diesem Konflikt handelt es sich um einen der weltweit längsten und gewalttätigsten – mit über 220‘000 Toten, tausenden Verschwundenen und mehr als sieben Millionen intern vertriebenen Menschen. Viele Kolumbianerinnen und Kolumbianer sind darüber hinaus im Zuge des Konflikts in die Nachbarländer, darunter auch Venezuela, geflohen. Auch nach der Unterzeichnung des Abkommens wird es noch Jahre dauern, die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen des Konflikts für die Bevölkerung zu beseitigen und die Strukturen des Landes neu aufzubauen.

Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass sich die Beziehungen zum krisengeschüttelten Venezuela deutlich verschlechtern. Dies führt zur Schliessung der ansonsten durchlässigen Grenzen, zur Ausweisung und Rückkehr von in Venezuela lebenden Kolumbianern sowie zur Flucht vieler Venezolaner nach Kolumbien. 2017 passierten über 750‘000 Venezolaner legal die kolumbianische Grenze. Die Dunkelziffer dürfte nach Schätzungen von «Migración Colombia» deutlich höher liegen.

Meist ist die erste Anlaufstation dieser Menschen die Hauptstadt Bogotá. Die Situation der Neuankömmlinge ist erschreckend: Oft besitzen sie nicht mehr als die eigene Kleidung und sind traumatisiert. Häufig fehlt ihnen das Wissen zu Einwanderungsgesetzen und -prozeduren. Ihrer Rechte auf staatliche Unterstützung sind sie sich oftmals nicht bewusst. Die Stadtteile, in denen sie sich niederlassen, sind vielfach geprägt von Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit. Viele der Migrierenden und intern Vertriebenen kommen aus ländlichen Gebieten und besitzen Wissen im Bereich der Landwirtschaft – Kompetenzen, die dem städtischen Arbeitsmarkt Bogotás nicht angepasst sind. Das Risiko, in eine Armutsspirale oder die Illegalität zu geraten, ist dementsprechend hoch.

Mit dem vorliegenden Projekt unterstützt Caritas Schweiz die Partnerorganisation FAMIG mit dem Ziel, zu einer sozialen Integration venezolanischer Flüchtlinge, kolumbianischer Rückkehrenden sowie intern vertriebenen Personen und ihren Familien beizutragen. FAMIG verfolgt hierbei einen ganzheitlichen Ansatz durch die Leistung akuter Nothilfe, die Bereitstellung psychosozialer Unterstützung, Einkommensförderung und Rechtsberatung.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. (Liechtensteinische Landesbank Vaduz: Konto 203.357.07, IBAN LI73 0880 0000 0203 3570 7, BIC LILALI2XXXX, BLZ 8800, Postfinance Konto: 85-610670-4, IBAN CH28 0900 0000 8561 0670 4,  BIC POFICHBEXXX)

Zurück